So alltäglich, dass sie wie selbstverständlich erscheinen: Farben. Wir brauchen Farben für bestimmte Signale wie etwa bei Ampel oder auch bei der Raumgestaltung nach dem Umzug. Farben sprechen eine eigene Sprache und es ist wichtig, diese Sprache spielend zu beherrschen. Darum geht’s hier nun um Farbenpsychologie in der Kunst – eine kleine Anleitung für Farbenkombinationen ist auch mit dabei!

Farben haben alle ihre eigene Message

“Oh, wie trocken. Ich will jetzt nicht über Farbenlehre lesen…,” denkst du dir. Und ich schreibe dir hier: Keine Sorge! Ich werde nicht langatmig alles breit treten!

Rot, das wissen wir alle, ist eine heiße Farbe und signalisiert Leidenschaft, Hitze und Aufmerksamkeit. Rosa wirkt leicht, oberflächlich und doch fröhlich, während Gelb auch erfrischend fröhlich ist und den Sommer herbei ruft. Schwarz steht für Trauer und Tod, während Weiß die Unschuld darstellt.

Soweit, so gut mit den Charaktereigenschaften der Farben. Was aber, wenn man nun zwei grundverschiedene Farben kombiniert wie etwa Schwarz mit gelb? Es wird ja deshalb nicht automatisch traurig-fröhlich, oder?

Bei Kombinationen (die in den allermeisten Fällen nicht ausbleiben kann) geht es auch vielfach um eine Unterstreichung. Wenn ein Bild überwiegend schwarz ist und zarte, dunkelgelbe Blätter die Dunkelheit zieren, erweckt es das Gefühl von Wärme im Dunklen. Oder es wird unterbewusst mitgeteilt, dass man trotz der Schwärze wahrgenommen wird. Beides ist eine Emotion der Hoffnung.Wenn aber nun gelb dominiert und schwarz eine Beigabe darstellt, was dann? Auch dann ist es eine Unterstreichung, wie ich finde. Schwarz kommuniziert ohnehin sehr klar – so kann die Linienführung einer kreischend gelben Comicfigur etwas Ruhe verleihen und die Sichtbarkeit besser lenken, während das Schwarz einer Rose inmitten eines Meeres aus Sonnenblumen die (negative) Andersartigkeit verleiht.

Du liest bereits jetzt, wie viel man spielen kann mit den Farben. Sowohl entspannende Farben als auch dunkel behaftete haben ihre Wirkung – doch was kann man noch alles machen außer Gegensätze zu verkuppeln?

Farbenpsychologie in der Kunst - hier verleihen die hellen Farben der Dunkelheit Hoffnung

Farbenpsychologie in der Kunst

Du kannst, wenn du dir genauer Gedanken machst darüber, Farben sowohl ironisch als auch harmonisch einsetzen. Wenn es dir wichtig ist, dass deine Message in deiner Illustration sofort klar ist, solltest du themenbezogen mit den Farben arbeiten. Wenn du eine Horrorszene mit Mord und Totschlag zeichnest und das Grauen sofort erkennbar sein soll, dann wähle Farben wie schwarz, grau, rot (für Blut zb) und kalte, zurückhaltende Farben wie lila oder blau.

Selbiges Szenario würde mit Pastellfarben beispielsweise eine ganz andere Wirkung haben und verwirrt die Betrachter – auch das kann gute Kunst darstellen! Denn so starren die Leute das Bild länger an und denken womöglich auch etwas mehr über das Bild nach, weil es eben nicht den Erwartungen entspricht. Genau das ist es, was ich auch mache mit den Farben in meinen Bildern: Ich lenke ab von den Problemen, die ich eigentlich behandle. Mit freundlich-frischen Farben, mal kräftig, mal seit Neuestem auch mit Pastelltönen in Kombination. Entscheide dich also bei deinem Bild für die Message, die es farblich ausstrahlen sollte und ob es mit dem Thema des Bildes zusammenpassen soll oder eben mit Absicht nicht.

Deine Message ist entscheidend - darum solltest du Farbenpsychologie in der Kunst verstehen

Egal welche Art von Kunst: Spiele mit den Farben

Auch wenn du vielleicht realistische Portraits erschaffst, kannst du mit der Farbenpsychologie spielen! Du kannst ein Portrait genauso gut in bläulichen Untertönen zeichnen, damit du ein kaltes Gefühl vermittelst – oder mit rot und gelb das warm-grelle Sonnenlicht im Sommer imitieren. Wenn du eher Mangazeichner bist, dann spiele mit der Umgebung, in der dein Charakter sich gerade bewegt. So erschaffst du eine ganz eigene Welt und verleihst deinen Bildern eine große Portion Charme in deinem Stil!

Anleitungen zum Umsetzen mit Farbenpsychologie in der Kunst

1. Schattiere mit einer Komplementärfarbe

Angenommen, du hast gerade eine leckere, dunkelrot glänzende Kirsche schon mal in ihrer Grundfarbe coloriert. Schattiere es mit einem dunkelgrün und geh anschließend nochmals mit einem Rotton darüber – wie sieht das aus? Ein oranger Fuchs mit orange-blauen Fell im Schatten in einer Hecke oder violette Geister, die von gelbem Licht berührt werden… Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!

2. Arbeite Ton in Ton

Schichte zuerst eine helle Grundfarbe und arbeite dich sachte durch mit der verwandten, etwas dunkleren Farbe. Diese Methode eignet sich hervorragend, wenn du pastellige Zeichnungen anfertigen willst oder alles sehr softig aussehen soll.

3. Grenze deine Auswahl ein

Arbeite mal mit nur drei oder vier ausgewählten Farben und sieh zu, welch kreative Lösungen dabei rauskommen können! Falls du magst: Nimm ein hellrosa, ein mittleres grün, dunkelgelb und dunkelbraun und zeichne mit diesen Farben ein Bild – und zeig es mir für ein Shoutout!

4. Kombiniere kräftig mit pastellig

Eine sehr interessante Technik, die etwas Übung erfordert. Für mich persönlich ist es mein absolutes Ideal, denn du kannst einerseits ablenken und trotzdem eine klare Message vermitteln! Plane hierfür im Vorfeld ein, was genau hell und freundlich sein soll und was genau kräftig gehalten werden muss. Derzeit arbeite ich selbst an dieser Herausforderung mit Buntstifte, wie man bei dem Bild unter diesem Absatz sehen kann.

Farbenpsychologie in der Kunst stellt auch für mich noch eine Herauforderung dar

Falls du erst am Anfang stehen solltest und dein Budget nicht für teure Künstlerstifte ausreicht, kann ich dir diese Buntstifte* wärmstens empfehlen! Crayola Buntstifte sind auf Wachsbasis, geben für den Preis-Leistung-Verhältnis gut Farbe ab und sind etwas einfacher zu verblenden als Stifte auf Ölbasis. Auch für reine Übungszwecke sind sie mehr als geeignet, um die eigene Wahrnehmung zu verbessern. Achte dann beim Zeichnen darauf, glattes Papier zu nehmen – billiges Kopierpapier ist nicht geeignet dafür.

Und dann spielst du mit der Farbenpsychologie in der Kunst – oder besser gesagt, in DEINER Kunst – und erschaffst dir deine eigene Welten!

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